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Spenden für den guten Zweck – doch wohin fließt mein Geld?

Regelmäßig erhalten wir über die Medien Meldungen von humanitären Katastrophen. Meist gelangen diese über den Fernseher oder das Internet direkt in unsere Wohnzimmer. Selbst verschont von Armut, Not und Leid hilft man gerne, wenn über Schreckensszenarien berichtet wird. Doch kommt die Spende auch wirklich dort an, wo sie so dringend gebraucht wird? Oder versickert ein Großteil davon im Verwaltungsapparat oder gar in anderen Taschen? Wo kann ich mich als Spender informieren, damit meine Spende auch wirklich bei den Bedürftigen ankommt?

Viele Aspekte wollen im Vorfeld des Spendens bedacht sein. Für noch unentschlossene Spender gibt es eine Vielzahl an Informationen und Hilfestellungen. Denn die meisten Fragen lassen sich bereits klären, bevor die Spende in die Wege geleitet wird.

Spendenfreudigkeit auf hohem Niveau

Nach wie vor spendet etwa ein Drittel aller Einkommenssteuerpflichtigen regelmäßig, wobei die Mehrzahl der Spender mehr als eine Organisation unterstützt. In den letzten Jahren lässt sich feststellen, dass die Durchschnittsspende zwar leicht gesunken ist, die Spendenhäufigkeit jedoch weiter ansteigt. Auffällig ist hierbei, dass ein Großteil der Spender regelmäßig die Spendenempfänger wechselt und somit unterschiedliche Adressaten berücksichtigt. Denn statistisch gesehen spendet nahezu jeder Zweite im Folgejahr nicht mehr für die gleichen Organisationen. Die Fluktuation ist gerade bei jüngeren Spendern sehr hoch. Dieses Verhalten wird auf das kritische Hinterfragen der Spender zurückgeführt, die sich immer stärker für die Transparenz der Organisationen interessieren und nach Adressaten suchen, die ihnen vertrauenswürdig erscheinen.

Gleichzeitig hat die Berichterstattung über unseriöse Spendensammler und Spendenveruntreuung in den Medien zugenommen. Es verwundert nicht, dass in der Vorweihnachtszeit Spenden-Hochsaison ist und der Dezember der Monat mit dem höchsten Spendenvolumen ist. Zu dieser Zeit werben auch die meisten Organisationen um die Gunst der Spender.

Informationen einholen

Generell lässt sich sagen, dass die Spender in den letzten Jahren kritischer geworden sind und sich genauer darüber erkundigen, welcher Spendenorganisation oder Stiftung sie vertrauen und mit ihren Geldern berücksichtigen können. Nicht zuletzt durch das Internet sind die Möglichkeiten, sich über Spenden sammelnde Gruppierungen zu informieren und schwarze Schafe schneller zu enttarnen, gestiegen. Denn scheinbar immer mehr Spendenorganisationen buhlen um die Gelder der Gebenden. Doch welche Kriterien sind bei der Spendenvergabe zu beachten?

Hilfestellung gibt neben dem Deutschen Spendenrat e.V. das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI). Dieses vergibt ein Spendensiegel an Organisationen, die transparent wirtschaften und nicht mehr als ein Drittel ihrer Gesamtausgaben in den Verwaltungsapparat und die Werbung fließen lassen und sich darüber hinaus ethischen Grundsätzen verpflichten. Ebenfalls hilfreich für den Spender sind neben der Veröffentlichung von Finanzberichten Auskünfte über Aktivitäten sowie Wirkungsbelege zu den unterstützten Aktionen.

Bei kleineren Organisationen, die nur regional operieren und kein offizielles Spendensiegel tragen, kann angefragt werden, wie gewirtschaftet wird und wohin die Gelder fließen. Über die Unternehmensdarstellung im Internet hinaus können weitere Auskünfte telefonisch erfragt werden. Manchmal hilft es auch, sich auf sein Bauchgefühl zu verlassen.

Was auch immer den Anlass für eine Spende gegeben hat, sie kann dazu beitragen, Gutes zu bewirken. Und nicht zuletzt gibt das Spenden dem Spender ein gutes Gefühl, geholfen zu haben.

 

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