Die unbekannte Krankheit des Alters aus dem Schatten holen

An einer altersabhängigen Makula-Degeneration (AMD) zu erkranken ist für Menschen im Alter über 60 Jahre mit hohem Risiko verbunden. AMD ist die häufigste Ursache für eine Erblindung im Alter in westlichen Ländern. Mit steigender Lebenserwartung nimmt die Zahl der Betroffenen zu und vor allem die Zahl derer, die mit schweren Seheinschränkungen leben müssen. Schätzungen zufolge sind heute deutschlandweit rund sieben Millionen Menschen von einer Früh- oder Spätform der AMD betroffen.

Dennoch ist die Netzhauterkrankung, bei der die zentrale Sehschärfe des Auges ganz oder teilweise verloren geht, in der Öffentlichkeit bisher noch weitgehend unbekannt.

„Das müssen wir dringend ändern“, sagt Markus Georg, Geschäftsführer der Patientenvereinigung PRO RETINA Deutschland. Ergebnisse des europäischen Forschungsprojektes EYE RISK zeigten, dass es vor allem in den frühen Phasen der Erkrankungen Faktoren in der persönlichen Lebensweise gibt, die vor Erblindung schützen können. PRO RETINA macht sich deshalb für eine breite Aufklärung in der Öffentlichkeit stark. 

AMD ist kein Grund zum Aufgeben
Mit zunehmenden Sehverlust werden die Herausforderungen im Alltag für Betroffene und ihre Angehörigen mannigfaltig. Nicht wenige Menschen ziehen sich zurück, verlieren an Lebensqualität und Freude in ihrem Leben. Dass dies nicht so sein muss, will PRO RETINA aufzeigen und vernetzt bundesweit Betroffene und Angehörige, unterstützt die Forschung und gibt Hilfe zur Selbsthilfe mit wertvollen Tipps und Alltagskompetenz.

Erkenntnisse der Diagnostik und Therapie werden patientenverständlich aufgezeigt sowie Erfahrungen und Hilfen im Umgang mit der fortschreitenden Erkrankungen vermittelt. Ermöglicht wird das Angebot durch das unermüdliche ehrenamtliche Engagement der PRO RETINA Regionalgruppen an rund 60 Standorten und bundesweit ehrenamtlichen Beraterinnen und Beratern.

„Aus der Erfahrung der eigenen Betroffenheit können sie anderen Mut machen und Chancen aufzuzeigen, trotz allem selbstbestimmt zu leben sowie die Lebensqualität und Freude bis ins hohe Alter zu erhalten“, weiß Heike Ferber, ehrenamtliche Leiterin des Arbeitskreises Makula der PRO RETINA.