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Entdeckungsreise für den Gaumen: kulinarische Radtour an der Saale

403 Kilometer auf dem Saaleradweg – das ist nicht nur Fahrspaß in idyllischer Natur, sondern auch ein kulinarisches Erlebnis. Mit dem Fahrrad durchquert man drei Bundesländer und dabei auch drei Länderküchen. Unterwegs locken Restaurants, Cafés und Straußwirtschaften mit lokalen Spezialitäten zur Einkehr. Städte bieten vielfältige Genusstouren. Radler stoßen immer wieder auf echte Originale: vom Hofer Wärschtlamo, zum Saalfelder Detscher bis hin zum roten André in Freyburg. Der Herbst ist dafür die beste Jahreszeit.

Der Saaleradweg gehört zu den reizvollsten Flussradwegen Deutschlands. Auf neun Etappen geht es vom bayerischen Fichtelgebirge auf anspruchsvollen Strecken nach Thüringen, vorbei an Europas größtem zusammenhängenden Stauseegebiet, durch die Weinregion Saale-Unstrut bis zur Mündung der Saale in die Elbe. In diesem Jahr feiert der Saaleradweg 25. Geburtstag. Anlass, den Weg auch einmal kulinarisch zu betrachten.

Genussregion Oberfranken

Auf der ersten Etappe geht es durch die Genussregion Oberfranken, die mit drei Superlativen wirbt: Gemessen an der Einwohnerzahl gibt es hier die meisten Bäcker- und Konditoreien, die meisten Metzgereien und die meisten Brauereien der Welt. Diese Vielfalt und Qualität regionaler Spezialitäten würdigte die UNESCO mit der Auszeichnung „immaterielles Kulturerbe“. In der bayerischen Stadt Hof können Radfahrer sie verkosten. Bei kulinarischen Stadtspaziergängen lernen Gäste Raritäten wie die würzige Hofer Rindfleischwurst kennen. Beim Hofer „Wärschtlamo“, einem traditionellen Wurstverkäufer, gibt es „Wienerla“, „Gnagger“, „Bauern“ und „Weisa“. Und im Biersalon Trompeter werden selbstgebraute Hofer Meinel-Biere zur deftigen Brotzeit gezapft.

Thüringer Tischkultur

Auch Thüringen, das man auf der zweiten bis sechsten Etappe des Saaleradweges durchfährt, ist bekannt für seine herzhaften Speisen. Thüringer Rostbratwurst vom Holzekohlegrill, Thüringer Klöße und Thüringer Bauernkuchen sind omnipräsent. Geheimtipps sind der Saalfelder Detscher, ein Kartoffelgebäck, das auf dem Kohle-Küchenherd gebacken wird oder die Rostbrätlroulade aus Uhlstädt.

Ein Wegweiser durch die vielfältige Küche ist das Netzwerk „Thüringer Tischkultur“, das Gastronomen, Erzeuger, Handwerksbetriebe, Museen und Manufakturen zusammenbringt. Dazu gehören auch die Porzellanmanufakturen, von denen es einst 300 in ganz Thüringen gab. Ein Stopp lohnt zum Beispiel bei der Aeltesten Volkstedter Porzellanmanufaktur in Rudolstadt oder bei Kahla Porzellan.

Wiederentdecken kann man das in diesen Manufakturen hergestellte Geschirr in den Restaurants an der Saale, zum Beispiel im Gasthaus zur Noll in der Universitätsstadt Jena, das modern interpretierte heimische Gerichte auf Kahla Porzellan serviert. Oder im Museumscafé Philisterium, das Torte und Pralinen auf Reichenbach Porzellan nach Entwürfen des belgisch-flämischen Designers Henry van de Velde offeriert. Eine Gelegenheit, die Bandbreite der Thüringer Tischkultur kennen zu lernen, bietet der Genussmarkt auf den Dornburger Schlössern vom 14. bis 15. September. Am 20. Oktober 2019 empfiehlt sich ein Abstecher zum Reinstädter Landmarkt.

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Weingenuss in einer Straußwirtschaft in Saale-Unstrut

Saale-Unstrut-Weine

Auf Etappe sechs und sieben führt der Saaleradweg an den Weinbergen des nördlichsten Qualitätsweinanbaugebietes Deutschlands vorbei. Seit dem Mittelalter ist der Wein in der Region zu Hause, heute gibt es mehr als 50 Weingüter, die eine Fläche von 768 Hektar bewirtschaften. Weinlokale, Straußwirtschaften und Winzer öffnen auch am Saaleradweg ihre Tore. Beliebt bei Ausflüglern ist das Weingut und Restaurant Zahn in Kaatschen, das zu Riesling und Gutedel Winzeraufstriche mit Bauernbrot serviert. Im Landesweingut Kloster Pforta bei Bad Kösen gibt es in der Straußwirtschaft zu den hauseigenen Weinen wahlweise Tapas, Käse oder Bratwurst. Vom 14. bis 15. September lädt das Weingut zum Hofweinfest ein, am 29. September, 6. und 27. Oktober kann man mit dem Winzer im herbstlichen Weinberg wandern. Weiter flussabwärts kann in Weißenfels an der Saale der Wein vom Burgwerbener Herzogsberg verkostet werden.

Am Ende von Etappe sieben wartet eine süße Überraschung auf die Radfahrer. In der ältesten Schokoladenfabrik Deutschlands, der Halloren Schokoladenfabrik in Halle, kann man das aus 1,5 Tonnen Schokolade gestaltete Schokoladenzimmer bestaunen, bei der Herstellung von Pralinen zuschauen und von den bekannten Hallorenkugeln naschen.

Informationen zu den Streckenabschnitten und zu fahrradfreundlichen Unterkünften bietet der Saaleradweg e.V. auf seiner Webseite: www.saaleradweg.de.

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