Radfahrer auf dem Saaleradweg entlang der Saalhäuser Weinberge bei Bad Kösen.
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Raderlebnis an der Saale: von Naturpark zu Naturpark

Steil aufragende Felsen, weite Stauseen, idyllische Terrassenweinberge, uralte Streuobstwiesen und artenreiche Auwälder begleiten die Saale auf ihrem Weg von der Quelle im bayerischen Fichtelgebirge bis zur Mündung in die Elbe. Dabei durchquert sie fünf Naturparks. Auf dem 403 Kilometer langen Saaleradweg bieten sich Aktiven immer wieder neue Einblicke in diese vielfältigen Naturlandschaften. In diesem Jahr feiert der Radweg seinen 25. Geburtstag.

Seit 1994 verbindet der Saaleradweg die Bundesländer Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Auf neun Etappen, die zwischen 29 und 61 Kilometer lang sind, führt er sowohl auf ebenen als auch bergigen Wegen durch eine der reizvollsten Landschaften Mitteldeutschlands.

Naturpark Fichtelgebirge

Im Fichtelgebirge, einem Naturpark mit mächtigen Granitfelsen und über 1000 Meter hohen Bergen, entspringt die Saale. Ausgangspunkt der Radtour ist der Erholungsort Zell, der auch die Informationsstelle des Naturparks beherbergt. Von hier aus ist die Quelle gut zu erreichen. Noch im 18. Jahrhundert bauten Bergleute an diesem Ort Gelbkreide ab. Ein zusammengefallener Stollen und eine Abraumhalde zeugen von der Vergangenheit. Heute ist das Fichtelgebirge ein geschützter Naturraum für Tiere und Pflanzen wie Luchs, Auerhuhn, Kreuzotter, Arnika, Katzenpfötchen und Moorspike.

Naturpark Frankenwald

Auf der zweiten Etappe des Saaleradwegs erreichen Radfahrer den Naturpark Frankenwald. Typisch für die Region sind Hochflächen, bewaldete Hänge und Wiesentäler. Seltene Tiere und Pflanzen haben hier ihr Zuhause gefunden, darunter der Schwarzstorch und die Heidelerche. Der Radweg verläuft durch hügelige Landschaft und schattige Wälder.  Während des Kalten Krieges war die Saale in dieser Region Grenzfluss, heute verläuft dort das Grüne Band, ein Verbund von Biotopen entlang des ehemaligen Grenzstreifens. Vom 100 Meter über der Saale gelegenen Aussichtspunkt Petersgrat bei Joditz blickt man auf eine der Saaleschleifen. Schon der Schriftsteller Jean Paul, der in dem kleinen Ort elf Kindheitsjahre verbrachte, war von diesem Ausblick begeistert.

Naturpark Thüringer Schiefergebirge – Obere Saale

An den Frankenwald schließt sich ein weiteres Naturparadies an: der Naturpark Thüringer Schiefergebirge – Obere Saale. Herzstück der Region ist das „Thüringer Meer“, die Verbindung der beiden Stauseen Bleiloch und Hohenwarte. Es ist Europas größtes zusammenhängendes Stauseengebiet. Umgeben von Wäldern und Felsen winden sie sich in einer einmaligen, fjordähnlichen Mittelgebirgslandschaft auf über 80 Kilometern durch den Naturpark. Den Radfahrer erwarten auf der dritten und vierten Etappe starke Steigungen und hügelige Wege, die aber mit einmaligen Panoramablicken belohnt werden. Als größtes Wassersportrevier Thüringens sind die Stauseen auch vom Wasser erlebbar, ob per Fahrgastschiff, Kanu, Motorboot oder Segelschiff.

Eine besonderes Wassererlebnis ist eine Floßfahrt auf der Saale durch das Naturschutzgebiet Uhlstädter Heide. Während der einstündigen Fahrt ab Uhlsädt, einem traditionellen Flößerort, kann man mit etwas Glück Biber, Fischotter und Eisvogel sehen. Und auch in Jena lässt sich das Radfahren mit dem Wasserwandern verbinden, zum Beispiel bei einer City-Tour mit dem SUP-Board unterhalb der Muschelkalkhänge des Saaletales. Immer wieder ergeben sich so am Saaleradweg Möglichkeiten auf das Boot umzusteigen. Über die Angebote informieren die örtlichen Tourist-Informationen in den einzelnen Etappen.

Geo-Naturpark Saale-Unstrut-Triasland

Nach Jena, auf der sechsten Etappe des Saaleradweges, geht es parallel zu steilen Muschelkalkfelsen, auf denen Burgen und Schlösser thronen, ins Weinanbaugebiet Saale-Unstrut. Es ist Teil des Naturparks Saale-Unstrut-Triasland. Seit dem Mittelalter wird in der Region Wein angebaut. Schon die Mönche wussten das milde Klima in den Tälern von Saale und Unstrut zu nutzen und legten die ersten Weinberge an. Heute laden Straußwirtschaften und Weingüter am Saaleradweg zur Einkehr ein.

Naturpark Unteres Saaletal

Zwischen Naumburg und Weißenfels, auf der siebenten Etappe, verläuft der Radweg meist eben immer am Fluss entlang durch ein weitläufiges Tal. Im Norden von Halle verengt es sich wieder. Hier, wo der Naturpark Unteres Saaletal beginnt, wechseln sich immer wieder unterschiedliche Landschaftsstrukturen ab. Beeindruckend sind auch die Brachwitzer Alpen auf Etappe acht, kleine Porphyrhügel sowie der Saaledurchbruch bei Rothenburg, eine Felsformation mit artenreichem Trockenrasen. Im Norden des Naturparks durchziehen Altwässer der Saale den Auwald bei Plötzkau. Er bietet Eisvogel, Tafelente und Zwergtaucher einen wertvollen Lebensraum. Das Naturpark-Informationszentrum in Bernburg erklärt Interessierten Wissenswertes zur Flora und Fauna des Schutzgebietes. Bei Barby mündet die Saale in die Elbe. Die Landschaft gehört zum Unesco-Biosphärenreservat Mittelelbe. Radfahrer können ihre Tour auf dem Elberadweg bis nach Schönebeck fortsetzen. Dort besteht Anbindung an den regionalen und überregionalen Bahnverkehr.

Bahnfahrt und Unterkünfte am Saaleradweg

Auch der Start am Saaleradweg in Zell ist gut zu erreichen. Mit der Bahn fährt man bis zum Bahnhof in Münchberg, von dort sind es mit dem Rad zwölf Kilometer bis zur Saalequelle. Ab Saalfeld in Thüringen verläuft die Bahnstrecke fast parallel zum Radweg, sodass ein Umstieg in den Zug jederzeit möglich ist. Fahrräder können in Thüringen und Sachsen-Anhalt kostenfrei mitgenommen werden. In Bayern gelten Fahrrad-Tages- oder Kurzstrecken-Tickets. Außerdem verkehren Fahrradbusse auf Teilstrecken des Saaleradweges.

Weitere Informationen zu den Etappen sowie Radreiseangebote zum 25. Jubiläum und fahrradfreundliche Unterkünfte finden Sie auf der Webseite www.saaleradweg.de.

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